Highlights in der Sommerpause | SI Style
27|07|2012
Freitag

Highlights in der Sommerpause

Bastian Baker hat Platin gekriegt für 30'000 verkaufte Debütalben und gleich nochmal Platin für seine Single «I’d Sing For You» - wir gratulieren. Und hoffen, dass noch viele einheimische Musiker diese Auszeichnung kriegen. Gute Alben gäb’s mehr als genug. Wir bleiben dran: Neue Musik zum Wochenende.

Text: Christian Hug

Iggy Pop: «Après» (Thousand Mile/Prolog), La Coka Nostra: «Masters Of The Dark Arts» (Fat Beats/Namskeio), The Order: «1986» (Massacre/Musikvertrieb).

Iggy Pop: «Après»
(Thousand Mile/Prolog)
Iggy ist der König. Und wenn der König Laune hätte, auf dem Seerosenteich Wasserski zu fahren, wir würden uns gerne ins Ruderboot setzen. Denn er ist der Mann, der sich in Glasscherben wälzte, noch bevor der Punk erfunden war. Er rief 1979 nach «New Values» und übersetzte 1990 den «Pussy Power» in maskuline Klänge. Er ist: «The Passenger». Und seit er mit seinem letzten Album «Preliminaires» Frankreich und insbesondere Paris entdeckt und Lieder auf Französisch gesungen hat, lieben wir ihn noch mehr. Weil der König keine Angst vor gar nichts hat. Jetzt singt er quasi als Nachspiel zu «Preliminaires» ganz bewegt und mit bebender Stimme Chanson-Klassiker wie «La vie en rose» und hängt dazu noch einige englischsprachige Evergreens wie «Michelle» von den Beatles und «Only The Lonely» von Roy Orbison an. Genau genommen ist «Après» kein Meisterwerk. Aber Iggy ist der König.

La Coka Nostra: «Masters Of The Dark Arts» (Fat Beats/Namskeio)
Da war die Freude gross, als ehemalige Mitglieder von House of Pain (immer noch der Partybringer: «Jump Around») wieder Lust auf Oldschool-Hip-Hop hatten, weitere Gleichgesinnte (Leute aus der Psycho-Realm- und der Special-Teamz-Crew) sich anschlossen und die Powerrapper 2009 unter dem Namen La Coka Nostra ihr Debütalbum «A Brand You Can Trust» veröffentlichten. Das war Rap der Marke In-your-face: kein Bling-Bling, kein In-da-Club-Geprotze, kein R&B-Geschmeide. Dafür Strassentauglichkeit und kraftvolle Raps mit wuchtigen Beats, heftigen Scratches und coolen Samplings. Das bleibt auch auf dem mittlerweile dritten Album unverändert und macht weiterhin Spass. Kommt am besten mit voll aufgedrehtem Subwoofer.

The Order: «1986» (Massacre/Musikvertrieb)
Sie waren immer schon die echteren Gotthard: The Order zelebrieren auf ihrem vierten Album wieder den straighten Hardrock, wie er in den Achtzigern in Hochform war. Oder in den Worten, die wir eben erst für La Coka Nostra verwendeten: Oldschool und in-your-face. Mehr muss man dazu nicht sagen und auch nicht über Sinn und Unsinn des rückwärtsorientierten Hardrock werweissen: Hardrock ist konservativ! Also: Lederjacke an, Luftgitarre umgeschnallt - und los, man schliesslich den Mädels imponieren! Klasse Album.

RedaktionMichael Müller
Kategorie Musik