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Bücher

02|11|2012
Freitag

Das neue Buch "Flohmarkt Chic" vom Christian Verlag.

Wo Fundstücke ein neues Zuhause finden.

Mit "Flohmarkt Chic - Individuelle Wohnideen" kommt diesen Herbst ein neues Buch auf den Markt, das Anleitung und Inspiration für das Wohnen mit Vintage-Stücken gibt. Ob Möbel oder Accessoires, mit alten Dingen lassen sich mit etwas Geschick viele neue Einrichtungskombinationen und überraschende Stilwelten zaubern. Noch dazu informiert das Buch über die grössten Flohmärkte Europas. Der Preis beträgt Fr. 39.90.

www.christian-verlag.de

RedaktionChristine Marie Oppelt
Kategorie Bücher
05|09|2012
Mittwoch

Text: Anita Lehmeier

Mein momentanes Lieblingssujet: das Postkartenbuch KLEINE LEUTE UNZENSORIERT mit 21 Motiven. Vier Fotokünstler (Jonah Samson, Vincent Bousserez, Lisa Swerling, The Rainbowmonkeys) haben winzige Figürchen in verblüffend echten Landschaften inszeniert und in komischen oder kompromittierenden Situationen fotografiert.

Wem die Sujets mit den unartigen Menschchen zu explizit sind, verschickt die heissen Karten halt im Couvert… Das entzückende Büchlein aus dem Verlag Knesebeck kostet um Fr. 14.90  und ist in guten Buchhandlungen ab sofort zu habe.

RedaktionBerit Bisig
Kategorie Bücher, Postkarten
31|07|2012
Dienstag

Aus Ledereinbänden von Büchern werden Taschen-Unikate.

"Dichterling" verhilft alten Büchern zu neuem Leben: Aus den kunstvoll gestalteten Ledereinbänden wird eine einzigartige Clutch.

Bibliophil veranlagte Frauen werden ihre helle Freude haben an diesen entzückenden Taschen, die aus alten Ledereinbänden von Literaturklassikern gearbeitet sind. Das macht jedes Stück zu einem Original. "Dichterling" nennt die Zürcher Gestalterin Johanna Näpflin die Täschchen treffend. "Die Idee dazu wurde während einem meiner häufigen Brockenhaus-Besuche geboren. Beim Stöbern verweilte ich immer wieder vor den Reaglen, gefüllt mir Dutzenden von Büchern, welche hier ein trauriges Dasein fristen. Gekauft werden sie selten. Mein Ziel ist es, diesen Büchern einen neuen Sinn und Verwendungszweck zu geben", erzählt Johanna Näpflin. "Besonders angetan haben es mir die poetischen Buchdeckel vom Anfang des 20. Jahrhunderts, welche oft auffallend kunstvoll gestaltet sind."

Noch mehr "Dichterling"-Unikate.

Die Buchtaschen kosten zwischen Fr. 95.- und Fr. 110.- und sind auf My Place Design Shop in Zürich oder direkt bei der Dichterling  erhältlich. Zu jeder Tasche wird ein Zitat aus dem Buch itgeliefert, so dass der Inhalt nicht völlig in Vergessenheit gerät inklusive einem Hinweis, wo das ganze Buch zu finden ist. Finden wir prima!

RedaktionAnita Lehmeier
Kategorie Bücher
13|07|2012
Freitag

Greifen Sie in der Buchhandlung zu Swissness, es lohnt sich. Schweizer Kleinverlage servieren uns grosse Literatur, zum Beispiel "Skoda" vom Bilgerverlag und "Sprechende Wasser" vom Verlag Secession.

"Skoda", Olivier Sillig, bilgerverlag. "Sprechendes Wasser", Jürg Halter/Tanikawa Shuntaro, Verlag Secession

Dostojewski ("Krieg und Frieden") und Norman Mailer ("Die Nackten und die Toten") füllten Hunderte von Seiten, um uns die Absurdität und Brutalität des Krieges vor Augen zu führen. Der Lausanner Olivier Sillig schafft das auf gerade mal 80 Seiten. "Skoda" ist eine Parabel über den Krieg, keine leichte Kost, aber umso nachhaltiger. Die Geschichte dreht sich um Stjepan, einen blutjungen Soldaten. Er erwacht in der Hitze eines Sommerabends, irgendwo auf einem Feld, die Zikaden kreischen. Was geschehen ist, daran kann er sich nicht erinnern, er spürt, dass er am Kopf blutet, und er sieht, dass seine Kameraden, die neben ihm im Gras liegen, alle tot sind. Also macht sich Stjepan auf den Weg - einfach nur weg. In einem Auto am Wegrand findet er weitere Tote, eine ganze Familie, offenbar auf der Flucht. An der Brust seiner toten Mutter schläft ein winziges Baby. Stjepan nimmt das Kind nach kurzem Zögern mit und nennt es nach dem Fundort, Skoda. Die Odysee von Stjepan und Skoda beginnt. Auf ihrem Weg begegnen die zwei der Liebe, dem Hass, der Gleichgültigkeit, dem Verrat, sie erfahren Hilfe, selbstlose und teuer bezahlte. Und wir freuen uns mit den Soldaten auf ein Happy End, als er auf einen Milch-Tankwagen trifft, und möchten zu gern vergessen, dass eben doch Krieg herrscht. Mehr zum Buch und zum Verlag mit dem glücklichen Händchen (auf jedem Buchrücken und in der Wahl hochklassiger Lektüre) auf  Mehr zum Autor 

Eine weitere Trouvaille mit Schweizer Literatur-Schaffen ist der Gedichtband "Sprechendes Wasser", ein Paradebeispiel eines aufwändig gestalteten Buches mit kongenialem Inhalt.

Blick aufs und ins Prachtsbändchen: Um die Wasser-Fotos zu sehen, muss man die Doppelseiten aufschneiden.

Der Berner Dichter Jürg Halter alias Kutti MC hat sich mit dem japanischen Poeten Tanikawa Shuntaro auf ein Kettengedicht eingelassen. Vier Jahre gingen Mails hin und her, jeder nahm Bezug auf die letzte Strophe des anderen. Akteure wie Mickey Mouse, eine Nixe oder eine Manga-Figur strafen all die Vorurteile, Gedichte seien unzeitgemäss und weltfremd, schlicht Lügen. Fotos der beiden Dichter ergänzen das Bändchen aufs Schönste, die Texte in Deutsch und Japanisch. Das Wagnis, noch einen Gedichtband zu machen (solche sind ja nicht eben Kassenschlager, oft zu unrecht) haben Susanne Schenzle und Christian Rusicska auf sich genommen. Ihr in Zürich ansässiger Verlag Secession wurde als Newcomer-Verlag des Jahres 2011 geehrt. Und auch "Sprechendes Wasser" erfuhr Ehre, die Preziose im Schuber erhielt eben den Red Dot Designer Preis  und den Berliner Type Gold, zwei renommierte Design-Preise. Mehr zum Verlag Secession  

 

 

RedaktionAnita Lehmeier
Kategorie Bücher, Lesen
12|06|2012
Dienstag

Metamorphosen, Daniel Bossart, Edition Moderne.

Heute am 12. Juni erscheint die Graphic novel Metamorphosen des Zürcher Architekten und Comic-Zeichners Daniel Bosshart (Verlag Edition Moderne). Die Bilder sind derart aussagekräftig, dass die Geschichte komplett ohne Worte auskommt. Genau gesagt ohne Sprechblasen, denn um Worte beziehungsweise Namen geht es durchaus in "Metamorphosen". Erzählt wird die Story eines Mannes, der auf Labels gesteigerten Wert legt. Sein Alltag dreht sich um seinen Porsche, seine Calvin-Klein-Slips, sein Aftershave L'Homme von Yves Saint Laurent, seine Marlboros. Er lebt in einer viktorianischen Villa im Grünen und arbeitet in Zürich. Daniel Bosshart hat mit staunenswerter Akribie das Umfeld des Helden in detailverliebten Bildern festgehalten, Plätze wie das Bellevue und Restaurants wie das Metropol sind mit fotografischer Genauigkeit aufgezeichnet. Und zum Frühstückskaffee liest unser Held die Neue Zürcher Zeitung und SI Style! Auch hier hat sich Bosshart die Mühe gemacht, unser Signet und die drei VIP-Köpfe in den pinkfarbenen Vignetten zu zeichnen!

Zum Zmorge liest der Held von Metamorphosen die SI Style, untere Sequenz Mitte.

Der Held büsst allerdings an Sympathie ein mit der stillosen Art, wie er seiner Freundin den Laufpass gibt: beim Kaffeetrinken in der Öffentlichkeit. Danach geht er shoppen und vergnügt sich in einem Club. Am nächsten Morgen dann schlägt das Schicksal zu, er rutscht beim Duschen in der Wanne aus, haut sich den Kopf an und bleibt bewusstlos liegen. Im zweiten Teil der Geschichte sehen wir den Mann im Spital und im OP, die Linie seiner Herzfrequenz wird immer flacher und endet in einer geraden Linie. Er hat ein Nahtoderlebnis, seine Seele löst sich als weisse Kontur vom Körper auf dem Spitalbett. Jetzt zieht sein ganzes Leben an ihm vorbei, er trudelt durch das Kaleidoskop seiner Erinnerungen. Mit jeder Sequenz wird er jünger, mutiert vom Label Victim zurück zum Teenager, vom Töfflibueb zum Pfadfinder, vom Buben im Sandkasten zum Baby im Kreisssaal. Wie Bosshart den Zeitstrudel immer mehr beschleunigt, die Bilder von einer Sequenz zur nächsten fliessen lässt, ist einfach grosse Klasse. Wie die Geschichte ausgeht, wollen wir hier nicht verraten.
"Metamorphosen" feiert heute abend Vernissage, um 19 Uhr im Bistro Alte Kaserne in Winterthur altekaserne.ch. Die Bilder sind da bis 13. Juli ausgestellt, vom 22. Juni bis 22. Oktober im Cartoon Museum Basel cartoonmuseum.ch und vom 14. bis 17. September am BD-Fil Festival in Lausanne bdfil.ch Der Band ist ab morgen in allen guten Buchhandlungen zu haben, um Fr. 29.80 oder bei editionmoderne.ch.

RedaktionAnita Lehmeier
Kategorie Bücher, Comics
05|06|2012
Dienstag


Das Cover des ersten Ausgezeichnet! stammt von Andy Fischli.

Frohe Botschaft für alle Freunde der Neunten Kunst: Es haben sich zwei Furchtlose (Beni Merk und Boris Zatko) aufgemacht, ein neues Comic-Magazin zu lancieren. Und die noch bessere Nachricht: Es trägt nicht nur den Namen Ausgezeichnet, es trägt ihn zu Recht. Die erste Ausgabe ist schon ein grosser Wurf. Das monothematische Heft widmet sich einer grossen Frage: Was ist der Sinn des Lebens? Herausragende Zeichner und Autoren aus dem In- und Ausland servieren Antworten, grossformatig, schwarz auf weiss, 80 Seiten lang. Wer genau, ist auf dem Back-Cover zu sehen:

Die Mit-(Macher) von Ausgezeichnet.

Mit von der Partie ist Andy Fischli (der Mann mit der Vorliebe für Fischgrat-Parkett), der auch für das Cover verantwortlich zeichnet. Boris Zakto hat Fischli im Atelier besucht und seine Eindrücke festgehalten. Und natürlich gibts von Fischli eine Geschichte, über die Nöte des Erwachsenwerdens von Wesen mit drei Augen und winzigen Weichteilen. Den Sinn des Lebens fasst Urs Wehrli (ja, der von Ursus & Nadeschkin) in zehn Geboten zusammen, die fast so gut sind wie die zehn, die Moses von seinem Bergtripp mitgebracht hat. Beispiele: Du sollst Deiner Freunde nicht langweilen. Du sollst keine unscharfen Fotos machen. Du sollst Dich nicht mit Filterkaffee zufriedengeben usw. Vom Bayer Franz Gerg, der weder Email-Account noch Computer besitzt, gibts einen Kurzkrimi im Stil eines Film noir über einen Firmenboss, der zum Glück gezwungen wird. Vom Zürcher Comic-Künstler Jerzoskaja (der Vater der Fussball-Helden) gibts Antworten auf die Sinnfrage, festgehalten von Zatko. In Ausgezeichnet! stören auch keine öde Inserate das Gesamtbild, denn auch Werbung kommt kunstvolle als Comic daher. Alles mehr zum neuen Heft (Fr. 15.–), viele Links und bald auch Blogs, Interviews und Shop auf ausgezeichnet-magazin.ch

RedaktionAnita Lehmeier
Kategorie Bücher, Comics
30|05|2012
Mittwoch

Bücher rund ums Thema Boxen von Arthur Mercante und Pedro Lenz.

Rundherum fliegen die Fäuste, die Luft ist geschwängert vom Geruch nach Schweiss und Blut, von Lärm und Adrenalin. Zwischen zwei wild entschlossenen, halbnackten Kämpfern agiert der dritte Mann im Ring, stets korrekt mit Fliege und Langarmhemd bekleidet, immer cool, stets souverän. Ja, es geht ums Boxen. Wer mit diesem ehrlichsten, härtesten Sport nichts am Hut hat, kann hier aufhören zu lesen. Wer sich aber für den Faustkampf interessiert, ist mit der Biografie Der dritte Mann im Ring bestens bedient. Es ist die Lebensgeschichte des Arthur Mercante (1920–2010), einer der Lichtfiguren des Box-Olymps. Der Sohn italienischer Einwanderer stand in seiner vier Jahrzehnte lange Karriere bei 79 Titelkämpfen als Unpartiischer im Ring, etwa bei legendären Fights von Patterson gegen Johansson 1960 in New York, Ali gegen Frazier 1971 im Madison Square Garden, Frazier gegen Foreman 1973 in Jamaika, Ali gegen Norton 1976 in New York, Leonard gegen Green in Maryland 1980, oder Tyson gegen Tubbs 1988 in Tokyo. Mercante lässt die grossen Fights Revue passieren, gibt prägnante, kompetente Einschätzungen zu den Champs von Schmeling bis Holmes ab und macht seinen Standpunkt als dritter Mann im Ring klar. Die Biografie erhellt nicht nur eine bedeutende Epoche des Boxsportes, sondern auch ein halbes Jahrhundert US-Unterhaltungsindustrie. Protokolliert hat Mercantes Erinnerungen der New Yorker Sport-Journalist Phil Guarnieri, übersetzt hat sie Patrick Bartsch. Erschienen ist die spannende, reich bebilderte Lebensgeschichte im Römerhof Verlag, der sich auf Biografien aussergewöhnlicher Menschen spezialisiert hat. Vitali Klitschko über das Buch: "Ich freue mich sehr, dass dieses Buch den Namen dieses einzigartigen Mannes und seine Erfahrung als Ringrichter in der deutschsprachigen Welt besser bekannt machen wird." Die Vernissage von "Der dritte Mann im Ring. Arthur Mercante: Mein Leben als Boxrichter" findet statt am Dienstag, 5. Juni ab 19 Uhr, stilecht in der Schuster Box-Akademie in Zürich-Schwamendingen, Infos zum Event und Buch roemerhof-verlag.ch

Eine weitere literarische Perle zum Thema heisst Tanze wi ne Schmätterling. Die Coiffeuse und der Boxer von Pedro Lenz, Verlag Cosmos. Der Mundart-Autor erzählt die Geschichte um den Boxkampf Muhammad Ali gegen Jürgen Blin am 26. Dezember 1971 im Zürcher Hallenstadion, und zwar aus der Sicht des Abwartes Paul Leuenberger. Mit von der Partie ist auch die Coiffeuse Regula Giger, die dem Champion die Haare schneidet. Beide knüpfen mit dem schönen Boxer aus Louisville, Kentucky, Freundschaft. Lenz verknüpft Fakten mit Fiktion aufs Feinste, der Rhythmus seines Berndeutsch erinnert an die Schwerelosigkeit von Schmetterlingen, oder eben an den leichtfüssigen Tanz des grössten Boxers aller Zeiten um seine Gegner. Infos cosmosverlag.ch

Derart vorbereitet gehts dann zum Superfight am 7. Juli im Stade de Suisse in Bern zwischen Wladimir Klitschko gegen Herausforderer Tony Thompson. Tickets ab Fr. 70.–, Infos und Reservation ticketcorner.ch

RedaktionAnita Lehmeier
Kategorie Bücher, Sport